Ich bin wütend.

Ich bin wütend, weil ich machen will.
Aber allein ist man zu wenig.
Mehr hab ich aber nicht.

Ich bin wütend, weil ich „aber“ schreibe.

Ich bin wütend, weil ich nicht weiß, wohin ich gehen soll.
Welche Richtung stimmt?
Welche Stimme ist richtig?

Ich bin wütend, weil ich was bewegen will,
aber die Bewegung nicht mehr kenne.

Ich bin wütend, weil ich Angst habe.
Viel Angst zu versagen und nichts mehr zu sagen.
Keine Angst alt zu werden,
sondern zu alt zu werden.

Ich bin wütend, nirgends hineinzupassen.
Ich bin wütend es einfach nicht zu schaffen,
mich anzupassen.

Ich bin wütend, kein Manager zu sein.
Ich kann nur eins.
Eines mehr kann ich nicht.

Ich bin wütend, weil es heisst man sei „naiv“,
wenn man gut ist
und „gut“, wenn man böse ist.

Ich bin wütend, weil ich denke.
Zerdenke.

Ich bin wütend, dass keiner mehr zuhört.
Alle machen nur zu.

Ich bin wütend, dass ich mich oft klein fühle,
weil ich sie reden höre.

Ich bin wütend, weil jeder Dir dreinredet und etwas einredet,
aber keiner mit Dir redet.

Ich bin wütend, weil ich inkonsequent bin.
Weil ich denke, „es geht schon so.“
Aber weiß, es geht nur „so“!

Ich bin wütend, weil ich denke was zu verpassen,
weil ich mir nicht glaube, „das passt!“

Wütend, dass man sich entscheiden muss,
auch wenn es vielleicht falsch ist,
anders aber sicher falscher ist.

Wütend, dass ich mich zu oft verarschen habe lassen,
von Ärschen – beruflich und privat.
Ich bin wütend, weil ich zu dumm war,
sie früher zum Teufel zu jagen
und sie mir nachhaltig schadeten.

Ich bin wütend, dass sie einem ins Gesicht lachen und wenig später auslachen.

Ich bin wütend, dass es nicht um das Werk geht, sondern um das Netzwerk.

Ich bin wütend, weil ich Werte habe,
aber andere mehr wert sind.

Ich bin wütend, dass ich mein Selbstbewusstsein suche,
doch die Suche sollte bewusst nach meinem Selbst sein.

Ich bin einfach so wütend!
Wütend, dass ich anderen Leuten Macht über mich gebe, weil ich ihr Meinung als mächtig bewerte.

Ich bin wütend, weil ich mich schwer fühle.
Schwer, weil mich alles erschwert,
vor allem, dass ich mich beschwere.